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Scheidungskosten Scheidung Ehescheidung Streitwert Gegenstandswert

Streitwert/ Gegenstandswert - Scheidung

(Zu den auf sie persönlich zukommenden Kosten siehe unten)

Begriffserklärung

Bei einem gerichtlichen Verfahren vor einem deutschen Gericht fallen zwei Arten von Kosten an, die Gerichtsgebühren und die Rechtsanwaltsgebühren.

Die Gerichtsgebühren bestimmen sich nach dem Streitwert oder dem Gegenstandswert. Der Streitwert ist der sich in Geld beziffernde Wert des Gegenstandes über den im Verfahren, vor dem Richter, gestritten wird; vereinfacht in einem Beispiel zum Ausdruck gebracht:
Streiten die Parteien über die Herausgabe eines Zeichenblockes im Wert von 10,00 Euro - dann ist der Streitwert des Prozesses und auch die Grundlage für die Berechnung der Gerichtsgebühren der Wert von zehn Euro.

Schwierig wird die Festlegung des Streitwertes immer dann, wenn es sich zum einen um komplexe Sachverhalte handelt und zum anderen, wenn um Dinge gestritten wird, die nicht deutlich in Geld zu messen sind.

Bei der Scheidung bestimmt sich der Streitwert nach dem Netto-Arbeitseinkommen der zu scheidenden. Dabei werden je drei Monatseinkommen des Ehemanns und drei Monatseinkommen der Ehefrau addiert. Jedoch darf der Streitwert nicht unter 3.000,00 Euro liegen. Hinzu kommen noch Kosten für den Fall, dass zwischen beiden Ehepartnern der Versorgungsausgleicht nicht ausgeschlossen wurde. Erfolgte kein Ausschluss bei der Eheschliessung, werden - bei einem einfachgelagerten Sachverhalt - 1.000,00 Euro und - bei komplexeren Sachverhalten - 2.000,00 Euro auf den wie oben beschrieben errechneten Streitwert hinzugerechnet.

Wer legt den Gegenstandswert oder den Streitwert fest?

Der Streitwert wird meist von den Gerichten in einem so genannten Streitwertbeschluss festgelegt.

Sollte kein gerichtliches Verfahren anhängig gewesen oder der Streitwert nicht festgelegt worden sein, so erfolgt die Streitwertbestimmung durch die Verfahrensbetreuer, also meist durch den von ihnen beauftragten Rechtsanwalt.

Beispiele zum Streitwert bei einer Scheidung:

Im gerichtlichen Verfahren sind eine Reihe von Gegenstandswerten geregelt.

(1) Ein Ehepartner verdient monatlich 1.200,00 Euro netto, der andere 2.300,00 Euro netto. Somit werden bei dem ersten Ehepartner 3.600,00 Euro und bei dem anderen 6900,00 Euro als Berechnungsgrundlage herangezogen. Der sich daraus ergebende Streitwert beträgt 10.500,00 Euro.
Bei Eheschliessung wurde der Versorgungsausgleich nicht ausgeschlossen. Der Sachverhalt ist kompliziert. Somit werden noch 2.000,00 Euro auf den berechneten Streitwert aufgerechnet.
Der Streitwert beträgt also abschliessend 12.500,00 Euro.

(2) Beide Ehepartner sind arbeitslos, haben also kein Arbeitseinkommen. Somit würde sich rechnerisch ein Streitwert von 0,00 Euro ergeben. Daher wird in diesem Fall der festgesetzte Mindeststreitwert von 3.000,00 Euro angesetzt.
Bei Eheschliessung wurde der Versorgungsausgleich nicht ausgeschlossen. Der Sachverhalt ist aber einfach. Somit werden noch 1.000,00 Euro zu dem berechneten Streitwert hinzugerechnet.
Der Streitwert beträgt abschliessend also 4.000,00 Euro.

Dieser Gegenstands- bzw. Streitwert wird dann in der Berechnung der Gerichtskosten und der Anwaltskosten herangezogen.

Die auf sie persönlich zukommenden Kosten können sie unter "Scheidungskosten" berechnen.

Für weitere Fragen zum Thema Scheidung stehen wir ihnen gerne .

Bitte zögern Sie nicht! Hilfe - besonders wenn Sie frühzeitig in Anspruch genommen wird - kann schnell und unkompliziert Probleme erkennen, Lösungswege erarbeiten und damit Streit vermeiden. Gerade bei Fragen der Scheidung ist es sehr schwer, selber vollkommen ruhig zu bleiben um kühl und überlegt zu handeln. Eher ist die Problematik hoch emotional, was es umso schwerer macht, selbständig gute und somit langfristig tragfähige Konzepte zu entwickeln - selbst wenn Sie selber über das nötige juristische Wissen verfügen. []

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